Interview mit der EPP vom 05.06.2022

Das im Jahr 1986 gegründete Familienunternehmen Leutz Lötsysteme gilt bereits seit Jahren als renommierter Ansprechpartner, wenn es um die Leiterplattenfertigung geht. So gehören neben Lötmasken, Lackierträgern und Fräsvorrichtungen auch spezifische Produkte für den Anlagenbau, wie beispielsweise für die automatisierte Leiter plattenmontage, zum Portfolio. Zum Einsatz  kommen die Produkte unter anderem in den Bereichen Automotive, Medizintechnik und Luft und Raumfahrt. Was das Unternehmen im Detail auszeichnet, erläutert Nicole Leutz. Sie ist Prokuristin der Leutz Lötsysteme GmbH.

EPP: Frau Leutz, die Kernkompetenz der Leutz Lötsysteme GmbH liegt in der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Betriebsmitteln. Wie positionieren Sie sich in diesem Markt?

Nicole Leutz: Bei der Fertigung komplexer Leiterplatten spielen Betriebsmittel wie beispielsweise Frästeile und Lötmasken eine wichtige Rolle. So sorgen Lötmasken für optimale und reproduzierbare Lötergebnisse. Nacharbeiten sind dann nicht mehr erforderlich. Insbesondere Kunden mit strikten Qualitätsvorgaben beziehen die Vorrichtungen und Werkstückträger vielfach direkt bei uns. Wie wichtig der Einsatz passender Betriebsmittel ist, zeigt ein Beispiel. So hat ein Kunde, der in Deutschland fertigt, den Zuschlag für eine bestimmte Elektronikfertigung nur  deshalb erhalten, weil er reproduzierbare Lötstellen zusichern konnte.

Gleichzeitig wird an die zur Leiterplattenfertigung erforderlichen Vorrichtungen oftmals auch erst spät gedacht, weshalb es auf Kundenseite schon einmal zeitkritisch werden kann. Schlimmstenfalls steht dann ein Band still oder es müssten laufende Projekte verschoben werden. Hier stehen wir unseren Kunden mit modernstem Maschinenpark als zuverlässiger und kompetenter Partner zur Seite. Zudem können wir mit unserem Expressdienst flexibel auf spezifische Anfragen reagieren.

EPP: Ihr Vater war einer der Ersten, der Titan in Zusammenhang mit Lötmasken eingesetzt hat. Da dieser Werkstoff eine besondere Verarbeitung erfordert, war das ein bemerkenswerter Schritt. Inzwischen kann das Unternehmen Leutz bereits 36 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Lötmasken vorweisen. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Nicole Leutz: Damals wie heute unterstützen wir unsere Kunden mit speziell gefertigten Titaneinsätzen bei der Produktion komplexer Leiterplatten. So können wir bis zu 0,3 mm dünne Titanstege zwischen den Bauteilen herstellen, um somit auch bei dicht bestückten Leiterplatten gute Lötergebnisse sicherzustellen. Unsere Betriebsmittel werden fortlaufend in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden weiterentwickelt. Unser Ziel ist es, den durch die zunehmende Bauteildichte auf der Leiterplatte permanent steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Auf Basis unserer umfangreichen Expertise erarbeiten wir Lösungsansätze für das Prototyping und die Kleinserie bis hin zur Großserie. Wir bieten unseren Kunden sämtliche Vorrichtungen rund um die Leiterplattenfertigung an und können deshalb umfassende Erfahrungen vorweisen. Zudem stellen wir spezifische Trägersysteme für Flex-Leiterplatten her, die eine Bauteilfixierung erlauben. Etwa für LED-Lötprozesse, wo jede einzelne LED gehalten werden muss. Aber auch im Bereich der Displayherstellung sind wir ein kompetenter Partner. Überdies bieten wir Be- und Entladestationen an, die das schnelle und einfache Handling ermöglichen.

Da wir gezielt auf die spezifischen Anforderungen unserer Kunden eingehen, legen wir sehr viel Wert auf einen engen Kontakt und die persönliche Beratung. Dadurch profitieren Kunden von unseren tiefgreifenden Prozesskenntnissen, wobei unsere Konstruktionsexperten alle von den Kunden gewünschten Vorrichtungen entwickeln und fertigen können.

EPP: Auch auf der diesjährigen SMTconnect waren Sie als Aussteller vertreten. Mit welchen Neuheiten haben Sie überrascht?

Nicole Leutz: Wir haben einen in der Breite und der Länge flexibel einstellbaren Universal-Lötrahmen entwickelt, mit dem sich unterschiedliche Leiterplatten fixieren und bearbeiten lassen. Dieser Universal-Lötrahmen eignet sich insbesondere für die Fertigung kleiner Serien und von Prototypen. Zudem lässt er sich für Reparaturen nutzen.

Optional bieten wir hierzu einen Niederhaltekranz an, mit dem sich Bauteile niederhalten lassen. Unser Ziel ist es, einen optimierten, einfach zu handhabenden und kostengünstigen Universal-Lötrahmen für das Selektivlöten und das Wellenlöten anzubieten. Aber auch das Modell einer Heißverstemmeinheit zur Fixierung einer Leiterplatte in einem Gehäuse werden wir zeigen. Derzeit arbeiten wir übrigens auch daran, Heißverstemmköpfe mit einer speziellen Teflonbeschichtung auszustatten, die eine möglichst lange Lebensdauer von den Komponenten gewährleisten soll.

Ferner wollen wir verbesserte Niederhalter vorstellen. Aktuell ist das Auswechseln des Niederhaltedeckels einer Lötmaske ja noch recht aufwendig. Zukünftig soll es möglich sein, einfach einen Stift zu entfernen, was einen Austausch wesentlich erleichtern würde.

Vielen Dank für das Gespräch,
Frau Leutz.

Anhänge:
Diese Datei herunterladen (EPP 6_2022.pdf)Interview in der EPP[ ]1304 KB